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DIE ERSTE WOCHE MIT DEM HAMSTER UND DER ERSTE FREILAUF (ZWERGHAMSTER, MITTELHAMSTER)

» Der Einzug und erste Verhaltensregeln
» Zwerg- und Mittelhamster im Freilauf
» Der Hamster im Bad und der Wanne
» Gefahren beim Freilauf

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Der Einzug und erste Verhaltensregeln

Jeder Umzug bedeutet Stress für ein Tier, deshalb sollte man immer gewisse Regeln beachten, um den Neuzugang schneller zahm zu bekommen. Wichtig ist, dass sich der Hamster erst einmal an die Umgebung gewöhnen kann und auch merkt, dass von dieser und von den Menschen im näheren Umfeld keine Gefahr ausgeht. Sicher ist das neue Tier das Highlight der nächsten Tage - doch witzig findet dieses das bestimmt nicht. Ein Hamster sollte ohne schlechte Erfahrungen in sein Becken einziehen können. Also kein Mensch, der ihn in der Transportkiste mit den Händen in die Enge drängt (um ihn einzufangen und gegen seinen Willen aus der Kiste zu ziehen).

Streßfreier für die Tiere ist es, wenn man die Transportkiste in die Behausung stellt und sie einfach öffnet. Danach sollte man einen Meter Abstand zur Unterkunft einnehmen. Tiere sollen selber entscheiden dürfen, wann sie rauskommen!
Je nachdem wie zutraulich der Hamster erscheint, kann man sich dem Käfig nähern. Schreckt er nicht zurück, kann man die Hand nach ein paar Stunden schon zum Beriechen hin halten. In den ersten 48 Stunden ist das allerdings eher selten der Fall.

So gemein das folgende auch für den Menschen klingt - für die Beziehung Mensch und Tier ist es nur förderlich.
Eine Faustregel besagt, dass die Tiere in der ersten ein bis zwei Wochen nicht aus der Unterkunft sollen!

Ich meine, dass kommt auf den Charakter des Einzeltieres an. Prinzipiell geht es darum, dass erst die Gerüche, Geräusche und Menschen im Raum kennen gelernt werden sollen bevor ein Zimmer dazu kommt. Außerdem brauchen die Hamster mindestens 24 Stunden, um sich von ihrer Reise zu erholen. Der Hamsterkäfig sollte gerade in dieser Zeit nicht bewegt oder umdekoriert werden!

Lassen Sie das Tier tagsüber am besten ganz in Ruhe, außer es will Ihre Aufmerksamkeit und macht sich selber bemerkbar. Wenn es abends munter wird, locken Sie es mit kleinen Leckereien (siehe Punkt Futter).Reden Sie ihm etwas zu, stecken Sie mal ein Leckerchen hindurch oder vielleicht sogar schon mutig zwei aneinander gelegte Finger , damit er den Geruch kennen lernt.

Klappt das alles ohne Probleme, darf das Türchen geöffnet werden. Sie sollten nicht zu weit in den Käfig greifen, sondern die Hand nur leicht hinein legen (um nach 3 Minuten keine Muskelkrämpfe zu bekommen) und richtig still halten. Zurückhaltendere Tiere kommen nach ein paar Minuten zögerlich schnuppern, mutigere Tiere probieren ev. gleich auf den Arm zu klettern, um raus zu kommen. Verwehren Sie es dem Hamster vorsichtig mit der anderen Hand, soweit ist er noch nicht. Ihre Hand muss dem Zwerghamster oder Mittelhamster vollkommen selbstverständlich werden, bevor Sie ihn das erste Mal aus dem Käfig lassen. Ansonsten können die Tiere sehr leicht verschreckt reagieren, wenn sie Freilauf haben (Einfangen) und das führt zu erheblichen Problemen bei der Rückkehr in den Käfig. Ist ein Hamster ängstlich, lassen Sie ihn in Ruhe. Bedrängt man Tiere, macht man mehr kaputt als man erreicht.

Hinweis: Das gilt natürlich nur für einen kompletten Neueinzug.
Sind bereits Hamster vorhanden, kann die bestehende Gruppe niemals auf diese Weise mit einem weiteren Tier ergänzt werden!

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Der Freilauf eines solch kleinen Tieres muss sorgfältig geplant werden.
Der Freilauf eines solch kleinen Tieres muss sorgfältig geplant werden.

Zwerg- und Mittelhamster im Freilauf

Bevor ich auf die einzelnen Gefahren eingehe, möchte ich noch etwas zur Gefahr beim Freilauf von Zwergen los werden. Also praktisch die Hamsterarten, die keine Goldhamster sind. Ich selber habe meine Zwerge nur ein, zwei Mal "frei gelassen". Ohne extreme Sicherheitsvorkehrungen geht das nämlich nicht. Hier ist es am sinnvollsten, sich aus Holzlatten ein kleines Gehege zu basteln, aus dem die Zwerge nicht entwischen können. Doch zumindest meine Dsungaren haben keine Skrupel dabei, auch über fast 8 cm hohe Hölzer hinweg zu klettern.

Selbst der etwas größere Goldhamster ist sehr wendig und kann hinter Schränken und Heizungen verschwinden. Doch die kleinen Dsungaren oder Robos verschwinden wirklich in der winzigsten Ritze und kommen bestimmt nicht wieder freiwillig ans Tageslicht. Außerdem haben die letzten beiden Arten einen sehr schlechten Bezug zur Höhe. Das heißt, sie können Höhen nicht einschätzen und dadurch schnell fallen, wobei es durchaus zu tödlichen Verletzungen kommen kann. So mancher Hamster ist erst Tage später in der Decke des Nachbarn oder verschmorrt hinter dem Herd wieder aufgetaucht.

Doch wie bekommen Sie Ihren Hamster nach dem Freilauf wieder in den Käfig?

Dazu müssen sie den Käfig nur offen lassen und ev. eine Einstiegshilfe (Holzlatte) anbieten. Merkt der Hamster, dass die Tür nicht immer zu geht sobald er in den Käfig huscht, dann gewöhnt er sich sehr schnell an, freiwillig wieder hinein zu gehen. Oder Sie benutzen eine kleine Schüssel als Transportmittel und fliegen ihn damit vorsichtig zur eigenen Unterkunft zurück.

Bevor Sie den Hamster das erste Mal in sein neues Umfeld entlassen, sollten Sie sicher sein, dass er sehr zahm geworden ist. In der ersten Zeit wird er bestimmt nicht gerne wieder rein gehen, was zu einer wahren Geduldsprobe werden kann. Am besten ist es, wenn Sie das Tier erst in einem kleinen Raum / Bereich hinaus lassen. Gesellen Sie sich möglichst dazu, damit der Hamster sich daran gewöhnt und auch gerne zu Ihnen zurückkehrt. Setzen Sie sich einfach still irgendwo hin, Sie werden schon in die Erkundung mit einbezogen werden. Sehr wichtig ist auch, das Sie das Tierchen NIE jagen, um es in den Käfig oder das Becken zurückzubekommen. Es verliert sonst schnell das Vertrauen zu Ihnen. Wenn Sie das Tierchen beim Einfangen nicht richtig erwischen, können Sie unfreiwillig dadurch Verletzungen bewirken, da Hamster nun einmal doch sehr klein und zart sind.

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Der Hamster im Bad und der Wanne

Badezimmer gelten wegen den wenigen Möbeln, Nischen und Pflanzen sehr oft als optimales Freilaufgebiet. Man hat sie im Blick, die Fliesen kann man super absaugen und überhaupt. Kein aufpassen, kein wegjagen. Einfach herrlich. Aber: Fast jedes Badezimmer ist komplett gefliest und wenig beheizt. Selbst wenn die Luft warm ist - die Fliesen sind es nicht. Für den kleinen Hamster ist das in etwa so, als wenn wir Menschen uns bei ca. 8 Grad in kurzer Hose auf Beton setzen. Der Arzt wird sich nicht über ihre Erkältung wundern. Anders sieht das ganze bei Teppich aus. Aber wer hat schon Teppich im Bad? PVC isoliert ebenfalls etwas, aber nicht besonders gut. Bei heißem Sommerwetter ist akzeptabel, sofern der Boden aufgewärmt ist.

Nun zur Badewanne. Der Hamster rennt hin und her, probiert an den Enden hochzukommen, indem er sich lang macht - hat keinen Erfolg und rennt wieder zum anderen Ende. Und das ganze mit einem Untergrund unter ihm, der maximal 10 Grad besitzt. Er kann nicht mal mehr sagen, wenn er keine Lust mehr hat. Wo er doch so schön unten herum wuselt und Spaß hat! In Wirklichkeit ist es nicht der Spaß, der den Hamster dort laufen lässt, sondern Panik, weil er keinen Ausweg aus dieser Lage findet. Hamster gehören nicht in die Wanne!

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Gefahren beim Freilauf

In jedem normalem Raum gibt es etliche Gefahren für Ihren Hamster. Sie können probieren, ihn bei ungewünschten Aktivitäten kurzzeitig durch Klatschen oder Rufen zu verscheuchen, aber er gibt bestimmt nicht so schnell auf. Selbst ein bereits erkundetes Elektrokabel verliert seinen Reiz nicht. Ich habe mal eine Aufstellung gemacht, welche Gefahren und Unfälle am häufigsten passieren.

  1. Grünpflanzen: Kein Nager kann dieser köstlichen Verlockung widerstehen. Dabei macht es für sich keinen Unterschied, ob es sich um eine giftige oder ungiftige Pflanze handelt. Die meisten Pflanzen verursachen bei den Tieren nach dem Fressen starke Magenkrämpfe. Kakteen am besten außer Reichweite bringen, solange die Tiere draußen sind.
  2. Elektrokabel: Neben den Pflanzen wohl das beliebteste Spielzeug, um sein Frauchen und Herrchen in den Wahnsinn zu treiben. Viele Nager lieben es, die Ummantelung bis auf das Innenleben abzunagen. Folge ist schnell ein tödlicher Stromschlag und fürchterlichen Verbrennungen. Legen Sie Kabel am besten verdeckt, damit es erst gar nicht in die Versuchung kommt. Ich gebe zu, das ist schneller gesagt als getan. Auch bei mir liegen bereits lädierte Stromkabel herum, und ich habe immer eine Rolle Isolierband in der Nähe.... Als letztes Mittel hilft wirklich nur aufpassen und ablenken.
  3. Küche: Da gerade Nager sich wirklich sehr klein machen können (und die Hamster sogar noch kleiner), am besten absolutes Küchenverbot erteilen. Sonst kommen Sie auf die Idee, sich hinter oder unter Schränken zu verstecken. Dabei kommen Sie dann bestimmt auch an viele Gegenstände, an denen sie nichts zu suchen haben, wie zum Beispiel Messer und Scheren (Verletzungsgefahr!) oder Obstteller (bitte nicht in Selbstbedienung!).
  4. Schränke: Am besten verschlossen halten. Erstens besteht die Gefahr, dass Sie Ihre Tiere aus versehen einsperren und zweitens bekommt das auch allen im Schrank befindlichen Sachen besser.
  5. Reinigungsmittel: Auch hier gilt die 'Kleinkinderregelung'. Nie in Reichweite, weil sie hochgiftig sind.
  6. Tischgegenstände: Kleinere Gegenstände vom Tisch entführen, um sie in Ruhe zu bearbeiten kann ein weiteres Hobby sein. Dazu gehört so was alltägliches wie der Aschenbecher in dem die alten Kippen liegen, genauso wie zum Beispiel ein Radiergummi. Auch wird manchmal die ganze Schachtel Zigaretten verschleppt. Es ist meist ein übles Versteckspiel, bis Sie diese Gegenstände wieder bekommen.
  7. andere Tiere: Hund oder Katze gehören beim Freilauf nicht in das gleiche Zimmer. Es kann zwar eine zeitlang gut gehen, aber ein gutes Verständnis zwischen zwei unterschiedlichen Tierarten ist nicht selbstverständlich.

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