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» Der Einzug und erste Verhaltensregeln
» Zwerg- und Mittelhamster im Freilauf
» Der Hamster im Bad und der Wanne
» Gefahren beim Freilauf
Aktuelle Seite: Nagetiere-Online.de | Hamster | Hamster im Freilauf
Jeder Umzug bedeutet Stress für ein Tier, deshalb sollte man immer gewisse Regeln beachten, um den Neuzugang schneller zahm zu bekommen. Wichtig ist, dass sich der Hamster erst einmal an die Umgebung gewöhnen kann und auch merkt, dass von dieser und von den Menschen im näheren Umfeld keine Gefahr ausgeht. Sicher ist das neue Tier das Highlight der nächsten Tage - doch witzig findet dieses das bestimmt nicht. Ein Hamster sollte ohne schlechte Erfahrungen in sein Becken einziehen können. Also kein Mensch, der ihn in der Transportkiste mit den Händen in die Enge drängt (um ihn einzufangen und gegen seinen Willen aus der Kiste zu ziehen).
Streßfreier für die Tiere ist es, wenn man die Transportkiste in die Behausung stellt und sie einfach öffnet. Danach sollte man einen Meter Abstand zur Unterkunft einnehmen. Tiere sollen selber entscheiden dürfen, wann sie rauskommen!
Je nachdem wie zutraulich der Hamster erscheint, kann man sich dem Käfig nähern. Schreckt er nicht zurück, kann man die Hand nach ein paar Stunden schon zum Beriechen hin halten. In den ersten 48 Stunden ist das allerdings eher selten der Fall.
So gemein das folgende auch für den Menschen klingt - für die Beziehung Mensch und Tier ist es nur förderlich.
Eine Faustregel besagt, dass die Tiere in der ersten ein bis zwei Wochen nicht aus der Unterkunft sollen!
Ich meine, dass kommt auf den Charakter des Einzeltieres an. Prinzipiell geht es darum, dass erst die Gerüche, Geräusche und Menschen im Raum kennen gelernt werden sollen bevor ein Zimmer dazu kommt. Außerdem brauchen die Hamster mindestens 24 Stunden, um sich von ihrer Reise zu erholen. Der Hamsterkäfig sollte gerade in dieser Zeit nicht bewegt oder umdekoriert werden!
Lassen Sie das Tier tagsüber am besten ganz in Ruhe, außer es will Ihre Aufmerksamkeit und macht sich selber bemerkbar. Wenn es abends munter wird, locken Sie es mit kleinen Leckereien (siehe Punkt Futter).Reden Sie ihm etwas zu, stecken Sie mal ein Leckerchen hindurch oder vielleicht sogar schon mutig zwei aneinander gelegte Finger , damit er den Geruch kennen lernt.
Klappt das alles ohne Probleme, darf das Türchen geöffnet werden. Sie sollten nicht zu weit in den Käfig greifen, sondern die Hand nur leicht hinein legen (um nach 3 Minuten keine Muskelkrämpfe zu bekommen) und richtig still halten. Zurückhaltendere Tiere kommen nach ein paar Minuten zögerlich schnuppern, mutigere Tiere probieren ev. gleich auf den Arm zu klettern, um raus zu kommen. Verwehren Sie es dem Hamster vorsichtig mit der anderen Hand, soweit ist er noch nicht. Ihre Hand muss dem Zwerghamster oder Mittelhamster vollkommen selbstverständlich werden, bevor Sie ihn das erste Mal aus dem Käfig lassen. Ansonsten können die Tiere sehr leicht verschreckt reagieren, wenn sie Freilauf haben (Einfangen) und das führt zu erheblichen Problemen bei der Rückkehr in den Käfig. Ist ein Hamster ängstlich, lassen Sie ihn in Ruhe. Bedrängt man Tiere, macht man mehr kaputt als man erreicht.
Hinweis: Das gilt natürlich nur für einen kompletten Neueinzug.
Sind bereits Hamster vorhanden, kann die bestehende Gruppe niemals auf diese Weise mit einem weiteren Tier ergänzt werden!
Bevor ich auf die einzelnen Gefahren eingehe, möchte ich noch etwas zur Gefahr beim Freilauf von Zwergen los werden. Also praktisch die Hamsterarten, die keine Goldhamster sind. Ich selber habe meine Zwerge nur ein, zwei Mal "frei gelassen". Ohne extreme Sicherheitsvorkehrungen geht das nämlich nicht. Hier ist es am sinnvollsten, sich aus Holzlatten ein kleines Gehege zu basteln, aus dem die Zwerge nicht entwischen können. Doch zumindest meine Dsungaren haben keine Skrupel dabei, auch über fast 8 cm hohe Hölzer hinweg zu klettern.
Selbst der etwas größere Goldhamster ist sehr wendig und kann hinter Schränken und Heizungen verschwinden. Doch die kleinen Dsungaren oder Robos verschwinden wirklich in der winzigsten Ritze und kommen bestimmt nicht wieder freiwillig ans Tageslicht. Außerdem haben die letzten beiden Arten einen sehr schlechten Bezug zur Höhe. Das heißt, sie können Höhen nicht einschätzen und dadurch schnell fallen, wobei es durchaus zu tödlichen Verletzungen kommen kann. So mancher Hamster ist erst Tage später in der Decke des Nachbarn oder verschmorrt hinter dem Herd wieder aufgetaucht.
Dazu müssen sie den Käfig nur offen lassen und ev. eine Einstiegshilfe (Holzlatte) anbieten. Merkt der Hamster, dass die Tür nicht immer zu geht sobald er in den Käfig huscht, dann gewöhnt er sich sehr schnell an, freiwillig wieder hinein zu gehen. Oder Sie benutzen eine kleine Schüssel als Transportmittel und fliegen ihn damit vorsichtig zur eigenen Unterkunft zurück.
Bevor Sie den Hamster das erste Mal in sein neues Umfeld entlassen, sollten Sie sicher sein, dass er sehr zahm geworden ist. In der ersten Zeit wird er bestimmt nicht gerne wieder rein gehen, was zu einer wahren Geduldsprobe werden kann. Am besten ist es, wenn Sie das Tier erst in einem kleinen Raum / Bereich hinaus lassen. Gesellen Sie sich möglichst dazu, damit der Hamster sich daran gewöhnt und auch gerne zu Ihnen zurückkehrt. Setzen Sie sich einfach still irgendwo hin, Sie werden schon in die Erkundung mit einbezogen werden. Sehr wichtig ist auch, das Sie das Tierchen NIE jagen, um es in den Käfig oder das Becken zurückzubekommen. Es verliert sonst schnell das Vertrauen zu Ihnen. Wenn Sie das Tierchen beim Einfangen nicht richtig erwischen, können Sie unfreiwillig dadurch Verletzungen bewirken, da Hamster nun einmal doch sehr klein und zart sind.
Badezimmer gelten wegen den wenigen Möbeln, Nischen und Pflanzen sehr oft als optimales Freilaufgebiet. Man hat sie im Blick, die Fliesen kann man super absaugen und überhaupt. Kein aufpassen, kein wegjagen. Einfach herrlich. Aber: Fast jedes Badezimmer ist komplett gefliest und wenig beheizt. Selbst wenn die Luft warm ist - die Fliesen sind es nicht. Für den kleinen Hamster ist das in etwa so, als wenn wir Menschen uns bei ca. 8 Grad in kurzer Hose auf Beton setzen. Der Arzt wird sich nicht über ihre Erkältung wundern. Anders sieht das ganze bei Teppich aus. Aber wer hat schon Teppich im Bad? PVC isoliert ebenfalls etwas, aber nicht besonders gut. Bei heißem Sommerwetter ist akzeptabel, sofern der Boden aufgewärmt ist.
Nun zur Badewanne. Der Hamster rennt hin und her, probiert an den Enden hochzukommen, indem er sich lang macht - hat keinen Erfolg und rennt wieder zum anderen Ende. Und das ganze mit einem Untergrund unter ihm, der maximal 10 Grad besitzt. Er kann nicht mal mehr sagen, wenn er keine Lust mehr hat. Wo er doch so schön unten herum wuselt und Spaß hat! In Wirklichkeit ist es nicht der Spaß, der den Hamster dort laufen lässt, sondern Panik, weil er keinen Ausweg aus dieser Lage findet. Hamster gehören nicht in die Wanne!
In jedem normalem Raum gibt es etliche Gefahren für Ihren Hamster. Sie können probieren, ihn bei ungewünschten Aktivitäten kurzzeitig durch Klatschen oder Rufen zu verscheuchen, aber er gibt bestimmt nicht so schnell auf. Selbst ein bereits erkundetes Elektrokabel verliert seinen Reiz nicht. Ich habe mal eine Aufstellung gemacht, welche Gefahren und Unfälle am häufigsten passieren.
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