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EINZELHALTUNG UND GRUPPENHALTUNG VON HAMSTERN (ZWERGHAMSTER, MITTELHAMSTER)

» Paarhaltung, Einzeltier und warum das so ist
» Männchen, Weibchen oder reales Paar?
» In welchem Alter ist Nachwuchs erlaubt?

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Paarhaltung, Einzeltier und warum das so ist

Eigentlich setzt sich in der Heimtierhaltung vernünftiger Weise immer mehr die Feststellung durch, dass Tiere in Gruppen oder zumindest paarweise gehalten werden sollten. Nicht nur, weil es artgerechter ist, sondern auch weil es für den Menschen viel interessanter ist, das Sozialverhalten unter den Tieren zu beobachten. Jedoch ist der Hamster hier eine Ausnahme.

Der Goldhamster: Er ist von Natur aus ein Einzelgänger und akzeptiert einen Partner nur für den kurzen Moment der Fortpflanzung. Gerade die Weibchen haben hier ein besonders ausgeprägtes Verhalten, da sie den Nachwuchs ganz alleine groß ziehen und auch gegen Feinde verteidigen müssen. Möchten Sie also die klassische Hamstervariante als Heimtier, dann sind Sie mit einem Einzeltier besser bedient, als mit zwei Tieren, die sich bis auf das Blut bekämpfen würden. Vermeiden Sie bitte auch "Gastbesuche" eines befreundeten Goldhamsters! Wenn ihr Junior einen Freund hat, der seinen Goldhamster mitbringen möchte, dann erklären Sie beiden, warum die zwei nicht zusammen spielen dürfen. Im Freilauf kann es auf Grund der vorhandenen Ablenkung eventuell gut gehen - sofern beide recht friedliche Charaktere sind, die Geschlechter gerade keine Differenzen haben und sie in guter Tages(Nacht-)form sind.

Die Zwerghamster: Die am häufigsten vorkommenden Arten sind die dsungarischen Zwerghamster, dann gibt es noch die Campbell - Zwerghamster und den Roborowski Zwerghamster. Diese Arten kann man schon paarweise halten, Robos und Campbells sogar in größeren Gruppen. Aber eine friedliche Gruppe kann nur bestehen, wenn der Mensch gewisse Grundvoraussetzungen bereit stellt. Es muss genügend Platz da sein, der Käfig muss artgerecht (zum Gänge graben) eingerichtet sein und es darf bei Futter und Wasser keine Differenzen geben. Das gleiche gilt für den Schlafplatz und Ausweichmöglichkeiten. Dann - und wirklich nur dann - kann eine Haltung in Gruppen gut gehen!

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Bei echten Paaren stellt sich natürlich Nachwuchs ein, der gut untergebracht werden will.
Bei echten Paaren stellt sich natürlich Nachwuchs ein, der gut untergebracht werden will.

Männchen, Weibchen oder reales Paar?

Erst mal möchte ich vorweg noch etwas übergreifendes sagen. Die Charaktere der Tiere sind maßgeblich am Verständnis untereinander beteiligt. Es kann Liebe auf den ersten Blick sein, aber auch das genaue Gegenteil. Aber genauso wie der Charakter spielt die Unterbringung der Tiere eine große Rolle. Ein Zoohandlungskäfig mit einem winzigen Plastikhaus drin (das zusätzlich noch Platz weg nimmt) fördert das Sozialverhalten nicht. Besser ist es, wenn die Tiere sich bei dicker Luft aus dem Weg gehen können. Der Käfig oder das Becken muss also groß genug sein, und am besten zwei Häuser bzw. Nistkästen stehen haben.

Mehrere Männchen: Hier habe ich über die Jahre hinweg viel positives, aber auch negatives gehört. Selbst Geschwistertiere können sich zerstreiten, wenn sie in die Geschlechtsreife kommen. Dabei sind gerade die Männer eigentlich als die friedlicheren Wesen beschrieben (bei Hamstern!). Sie neigen nicht so schnell zur Bissigkeit wie die Damen. Jaja, lachen Sie ruhig, liebe Herren. Wir Mädels leben halt intensiver ;-) Fakt ist aber, dass es nur gut geht, solange keine Weibchen anwesend sind. Und das gilt auch für einen weiteren Käfig im selben Raum, denn die Herren der Schöpfung richten ihren Trieb auch nach der Nase und nehmen entfernte Gerüche wahr.

Mehrere Weibchen: Wenn die Charaktere der Damen sich ähnlich sind und die Unterbringung stimmt, dann sind die Chancen sehr hoch, dass es bei einer langen Freundschaft bleibt. Sind die Damen sich aber von Anfang an nicht sonderlich grün, dann wird es schief gehen. Ich selber habe zwei Dsungarenmädels aus unterschiedlichen Würfen bis zum Tod eines Tieres friedlich zusammen halten können. Allerdings stieß ich damit immer wieder auf Unglauben, und ich kenne maximal ein, zwei Leute, denen es ähnlich positiv ergangen ist. Meine zwei Mädels waren die besten Freundinnen. Sie hatten auch zu 95% ein gemeinsames Nest, und wenn die eine munter wurde, dann weckte das auch die andere auf. Streit gab es höchstens mal in der Nacht, aber auch das nur in akustischer Form. Dann wurde sich mal kurz lautstark angezickt und die Sache war ausgestanden.

Zusammen lebende Hamster sollten sich am besten von Geburt an kennen!

Was denn nun? Also eigentlich keins von beiden, oder? Aber was bleibt dann?

Das gemischte Paar: Gute Zeiten, schlechte Zeiten - die gibt es in jeder Partnerschaft. Eheleben schließt allerdings auch eheliche Pflichten mit ein. Also willkommen in der Kinderstube. Nur - muss man bei den überlaufenden Tierheimen und privaten Auffangstationen wirklich noch regelmäßig Nachwuchs produzieren? Zudem eine ständige Schwangerschaft auch auf die Gesundheit und die Lebenserwartung schlägt. Von der Hormonlaune mal gar nicht zu reden. Eigentlich nicht die optimale Lösung. Ständig nach ordentlichen neuen Haltern suchen, Platz für eine ganze Hamstergroßfamilie bereit stellen und schauen, wann man den Vater vom Wurf trennen muss, und wann die Geschlechter sortieren. Damit hat auch der Mensch seine Portion Stress , stellen Sie sich das ganze bitte nicht so eibfach vor. Es ist heute schwer, Hamster an vernünftige Halter zu vermitteln. Um sich und den Tieren den ganzen damit verbunden Ärger zu sparen, sollte man den Bock nach ein, zwei Würfen dauerhaft vom Weibchen trennen. Wer das Wunder der Geburt bei seinen Tieren einmal erleben möchte (das Weibchen muss mindestens 4 Monate alt sein!), der sollte das auch tun. Es ist ein einmalig schönes Erlebnis, die Jungtiere aufwachsen zu sehen. Aber kümmern Sie sich dann bitte um eine ordentliche Unterbringung der Nachzügler und schließen Sie danach mit der Familienplanung ab.
Eine Kastration beim Hamster, die nicht aus einer medizinischen Notwendigkeit heraus geschieht, hat ein sehr hohes Todesrisiko und sollte besser nicht durchgeführt werden!

Also auch nicht das wahre.
Wenn mich jemand nach der besten Paarung fragt, dann kann ich ehrlich gesagt nur hilflos mit den Schultern zucken. Ich liebe es, Tiere zusammen zu halten. Auch Zwerghamster. Nur diese teilen leider irgendwann die Liebe nicht mehr mit mir. In dem Fall bleibt nur, die Streithähne zu trennen. Hamster, die ein paar Tage getrennt waren, werden sich nie wieder verstehen. Und einen fremden Hamster einzugewöhnen ist fast unmöglich. Aber dem sei ein eigener Abschnitt gewidmet. Hier bleibt es jedem selbst überlassen, ob er eine Paarhaltung riskieren möchte. Klappt es nicht, müssen Sie für eine Aufteilung sorgen und haben plötzlich mehrere Becken in ihrer Wohnung stehen.

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In welchem Alter ist Nachwuchs erlaubt?

Beim Paarkauf ist es sehr wichtig dafür zu sorgen, dass ein Weibchen nicht zu früh gedeckt wird. Die kleinen Fellwusler dürfen frühestens mit ca. 4 Monaten das erste Mal Mütter werden. Rein medizinisch gesehen können sie aber bereits früher schwanger werden. Da der Körper allerdings noch nicht ausgereift ist, kann es für Jungtiere und Mutter zu schweren Folgeschäden und Komplikationen bei der Geburt kommen.

Genauso tragisch ist es, ein Hamstermädel im fortgeschrittenen Alter decken zu lassen. Ab 1 1/2 Jahren sollte es sowieso keinen Nachwuchs mehr geben (Endalter bei vorangegangenen Würfen). Wenn längere Zeit kein Wurf dazwischen lag oder es sogar das erste Mal ist, dann kann es nicht gut gehen. Das Becken verknöchert mit der Zeit und ist bei der Geburt nicht mehr dehnbar. Die Jungtiere bleiben stecken und sterben im Mutterleib, was auch für die werdende Mama tödlich endet. Hier hilft nur noch ein Notkaiserschnitt, und dabei sind die Überlebenschancen für die Mama und Kinder gleich null, denn es muss ein zum Körperverhältnis riesiger Einschnitt quer über den Bauch vorgenommen werden. Die Mutter ist von der nicht voran gehenden Geburt bereits mehr als angeschlagen und bekommt zusätzlich noch mal eine Narkose verpasst, die dem Kreislauf den Rest gibt.

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