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HAMSTER: LEBEN WIE IN DER NATUR

Der Trend, Hamster möglichst naturnah zu halten, setzt sich durch

Artgerechte Haltung ist kein Modewort mehr, sondern ein inzwischen eingebürgerter Trend. Wo vielfach der Ruf nach Haltungsvorschriften für Exoten laut wird denkt kaum einer an die bereits seit Jahrzehnten „üblichen“ Haustiere, die ihr Leben teilweise nach Standards von vor 20 Jahren fristen.

Eins der Tiere, die am meisten unter althergebrachten Irrtümern leben müssen ist der Hamster. Sobald sein Name fällt hat fast jeder Tierhalter ein Bild von einen 40cm Gitterkäfig mit normaler Kleintierstreu und ein Plastikhäuschen im Kopf. Doch diese Haltungsform entspricht in etwa einem Vergleich, in welchem ein Bär im Zirkuswagen gehalten wird. Jegliches natürlichen Umfeldes beraubt und auf engstem Platz eingepfercht fristet er sein Dasein. Er lebt und man merkt ihm sein Unglück vielleicht nicht an – aber ist das wirklich das, was wir Menschen unter „Leben“ verstehen? Der Begriff „vegetieren“ trifft die Sache deutlicher. Für Zirkustiere gibt es eine aktionskräftige Lobby, während die gleichwertige Haltung unser beliebter Hamster als unspektakulär geduldet wird.

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Abhilfe durch Entdecken des natürlichen Lebensraums

Hamster sind Wühler und leben in Erdbauten die bis zu einer Tiefe von 110 cm reichen können. Die Jungen kommen in Nestern zur Welt, die fast einen halben Meter tief unter der Erde liegen. Dort sind sie gut geschützt und bekommen in den ersten Tagen keine störenden Umwelteinflüsse mit. Die natürlichen Feinde wie Fuchs, Schlange und Greifvögel können nur schwer in die Tunnelbauten vordringen.

Das Futter suchen Hamster sich an der Oberfläche. Da das Nahrungsangebot in den trockenen Gebieten teilweise sehr karg ist, sind sie gezwungen im Schutze der Dunkelheit teils auch größere Strecken zurück zu legen. Die Hamstertaschen im Mundraum dienen dem Transport der Vorräte, um die gefährlichen Ausflüge überschaubar zu halten. Wegen der Gefahr vor natürlichen Feinden sind Hamster nachtaktiv und genießen tagsüber einen Schlaf in fast absoluter Dunkelheit, schallisoliert von dichter Erde.

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Umsetzung in der Heimhaltung

Mit wenigen Worten lassen sich also die Grundbedürfnisse der Hamster beschreiben:

  • unterirdisches Wohnen mit entsprechenden Schutzzonen
  • viel Bewegung um sich das Futter zusammen zu tragen

Beide Punkte lassen sich ohne große Kosten oder handwerklichem Geschick umsetzen. Wobei der Aufwand natürlich nach oben hin unendlich gesteigert werden kann, was zwischen einem akzeptablen Käfig einem Paradies unterscheiden kann.

Ein reguläres Becken oder ein Gitterkäfig lässt sich mit denen auf dieser und dieser Seite niedergeschriebenen Tipps umsetzen. An dieser Stelle möchte ich drei Beispiele vorstellen.

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Variante 1: Der getunte Gitterkäfig

Auch wenn sich die Geister darüber scheiden ob ein Gitterkäfig für eine artgerechte Haltung geeignet ist stellen diese Bilder ein Optimum - und somit eindeutig ein Pro - dar. Liebevoll eingerichtet, groß genug von der Grundfläche und mit etlichen Kletter- und Versteckmöglichkeiten für einen agilen Hamster.
Die Futtersuche kann spielerisch und abwechslungsreich gestaltet werden. Durch den Einsatz von naturnahen Rohstoffen statt Plastik fördert es sowohl die Gesundheit als auch die Optik.
Diese Bilder wurden mir als Inspiration für andere von einer Halterin überlassen, die sich wochenlang mit der Planung und Umsetzung beschäftigt hat – bevor überhaupt die Entscheidung auf einen bestimmten Hamster gefallen war. Eine sehr gut bebilderte Entstehungsgeschichte wurde unter diesem Link liebevoll mitgebloggt.

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Variante 2: Der geteilte Bodengrund

Diese Idee stammt ebenfalls von einer aktiven Halterin und ich freue mich, ihr Wissen und ihre Idee weiter geben zu können. Sie schrieb mir, dass sie ihr Becken einfach mittels einer Pappe zweigeteilt hätte. Die eine Seite ist mehrere Zentimeter hoch mit Torf befüllt, die andere mit der regulären Streu. So kann der Hamster seinem natürlichen Umfeld entsprechend in der Erde schlafen.

So einfach die Umsetzung eigentlich ist – sie ist brillant. Die Pappe ist kostengünstig, schnell zu ersetze und verhindert ein vermischen der unterschiedlichen Bodengründe.

Diese Version lässt sich beliebig abwandeln. So können zum Beispiel unbehandelte Fichtenholzbretter in passender Breite und Höhe zu Recht gesägt werden. Wer es gerne etwas höher mag kann in Verbindung mit Stiegen oder Schlupflöchern (überirdisch oder unterirdisch) neue Herausforderungen schaffen.

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